Die moderne Kompressionstherapie hat sich in den hauptbestandteilen kaum verändert, die Basis bilden immer noch medizinische Stützstrümpfe. Mit Stützstrümpfen werden Krampfadern, Abflussstörungen, Thrombosen und offene Beine behandelt. Stützstrümpfe gibt es fertig konfektioniert oder nach Mass.
Einfaches Prinzip mit grosser Wirkung
Stützstrümpfe üben von extern Kompression auf die Strukturen der betroffenen Wade, das Gefässsystem wird entlastet. Ein Stützstrumpf ist so gestrickt, dass die verursachte Kompression von oben nach unten steigt. Der wichtigste Druckpunkt ist an der Fessel, je nach Diagnose wird der erforderliche Druck bestimmt. Die niedrigste Klasse hat einen Fesseldruck von 18-21mmHg und wird hauptsächlich zur Prophylaxe eingesetzt. Stützstrümpfe bilden eine feste Hülle um die Beine, homolog einer natürlichen Muskelfaszie dienen sie als Widerlager bei jeder Muskelaktivität. Aus diesem Grund muss der Betroffene Patient auch mobilisiert werden. Bei bettlägerigen Personen wirken Stützstrümpfe nur eingeschränkt.
Stützstrümpfe zur Prophylaxe
In leichterer Ausführung sind Stützstrümpfe als prophylaktisches Produkt gegen Reisethrombosen oder als Unterstützung für Angehörige immer stehender Berufe (z. B. Verkäufer/in) geeignet. Gewisse Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmässiges Tragen von Stützstrümpfen das Risiko einer Thrombose auf Langstreckenflügen um bis zu 90% verringern kann. Als wichtigster Provokator der Reisethrombose gelten Bewegungsmangel sowie eine zur geringe Flüssigkeitsbillanzierung. Die verklemmte Haltung und die trockene Luft steigern die Gefahr für ein Krankheitseintritt. Dies betrifft vorallem Personen, bei welchen weitere innere Risikofaktoren vorliegen. Stützstrümpfe sind auch während und nach der Schwangerschaft optimal geeignet, um Beschwerden vorzubeugen.
Praktische Handhabung
Das Überziehen von medizinischen Strümpfen ist kraftaufwändiger als das von handelsüblichen Strümpfen. Mit Haushaltshandschuhen an den Händen vermeidet man Schäden der Strümpfe durch die Nägel und hat einen weitaus besseren Griff. Die Beine sollten abgeduscht, richtig abgerieben und vorzugsweise wenig mit Puder eingerieben sein. Das Anziehen der Stützstrümpfe geht am Morgen einfacher, da in diesem Moment die Knöchel weniger geschwollen sind. Bei den meisten Modellen gibt es Anziehhilfen, über die der Kompressionsstrumpf leichter gezogen werden kann, die Anziehhilfe wird im nachhinein wieder über die Fussspitze ausgezogen. Gut geeignet ist zum Beispiel der Socks-Jet von Venosan. Diesr Strumpfbutler ist mit und ohne Griffe erhältlich.
Verfügbare Strumpfvarianten
Stützstrümpfe werden in Unterknie-, Oberknie- sowie Oberschenkel-Länge, aber auch als Strumpfhose für Mann und Frau angeboten. Zusätzlich ist zu entscheiden, ob Strümpfe mit freier Fussspitze oder mit Noppenhaftband erwünscht sind. Angezogen wird ein Kompressionsstrumpf üblicherweise nur tagsüber, solange der Körper sich in aufrechter Haltung befindet.
Fertigung der Strümpfe
Massgeblich für einen Stützstrumpf ist das Zweizugmaterial, dass eine spezifische Quer- und Längsdehung aufweisen muss. Richtiges Kautschuk kommt seit Jahren nicht mehr zum Einsatz, auch biologische Materialien wie Baumwolle werden gehäuft von Synthetikprodukten verdrängt. Die längere Haltbarkeit macht synthetische Fasern sehr populär. Um nahtlos zu sein, wird ein Stützstrumpf im Rundstrickverfahren gestrickt. Verfügt der zukünftige Strumpfträger über aussergewöhnliche Körperproportionen, so kann ein Massstrumpf angebracht sein. Flachgestrickte Strümpfe bieten sich als gute Ausweichmöglichkeit an. Hierbei werden die Strümpfe nicht im Rundstrickverfahren produziert, sondern mit Hilfe einer Naht wie ein Rohr zusammengenäht. So können Stützstrümpfe den Körperkonturen passgenau anmodeliert werden, die Optik leidet zu gunsten der gesicherten Wirksamkeit. Diese Flachgestrickten Modelle werden nur selten eingesetzt.