Geschichte der Stadt Krakau (Polen)
Weil die Bevölkerung um die wahre Identität der Krakauer Tauben weiß, umsorgt sie diese liebevoll – bis zum heutigen Tag. Henryk IV verließ das Haus der Hexe und ward begleitet von einer Heerschar verzauberter Ritter. Kaum war der Zug an der Marienkirche angelangt, flatterten die Tauben auf die Turmspitze. Binnen weniger Jahre entwickelte sich Krakau zu einem der bedeutendsten Handelszentren im spätmittelallerlichcn Europa. Sie waren zu einem Leben als Tauben verdammt, sollten nie wieder unter die Menschen zurückkehren dürfen. Die Schwäche der polnischen Thronanwürter wird in folgender Legende karikiert:
Henryk IV Probus, Herzog von Breslau und Krakau (1288-90) suchte seinem Thronanspruch durch päpstlichen Segen Nachdruck zu verleihen. Die zur Bestechung des Papstes nötigen Geldsummen lieh er sich von einer Hexe, die in Zwierzyniec, vor den Toren der Stadt lebte. Dort kratzten sie mit ihren Krallen an mürbem Gestein: es fiel hinunter, verwandelt zu Gold. Auf dem Weg nach Rom verpraßte Henryk IV. Mit Mühe gelangte er bis zur Heiligen Stadt, um dort als armer Wicht eines wenig glücklichen Todes zu sterben. Als im Jahr 1300 der böhmische König Wenzel II zugleich Herrseher von Krakau wurde, jubelle die mehrheitlich deutsche Bevölkerung. Doch wollte es keinem der zerstrittenen Piasennabkömmlinge glücken, Krakau wieder zur Hauptstadt eines
geeinten Polens zu machen. Seine Ritter warteten vergebens auf die Rückkehr des Herrn. das gesamte Vermögen. Doch diese verlangte einen Pfand: Die Weitesten seiner Ritter sollten in Tauben verwandelt werden und erst dann wieder Menschengestalt annehmen dürfen, wenn der Herrscher von seiner Mission erfolgreich zurückgekehrt sei. Der Jubel währte nur kurz, denn bereits sechs Jahre später starb Wenzel, worauf ein heftiger Streit um die weitere Machtausübung entbrannte.