Urlaub in Glasgow – Leckerbissen für Architekturfans
Was haben die millardenschwere Ente Dagobert Duck, der Architekt Charles Rennie Mackintosh und der britische Premierminister Gordon Brown gemeinsam? Sie alle sind berühmte Söhne von Schottlands größter Stadt Glasgow, der schottischen Metropole an den Ufern des Flusses Clyde.
Wer in Glasgow Urlaub macht, wird schnell feststellen, dass sich die Stadt seit 1990, als es zur Kulturhaupstadt Europas ernannt wurde, von einem schäbigen Industriestandort zu einer der angesagtesten Architektur-, Kultur- und Einkaufsstädte Großbritanniens verwandelt hat. Gerade Architekturliebhaber kommen in Glasgow auf ihre Kosten, wozu der Architekt Charles Rennie Mackintosh durchaus auch beigetragen hat: Er hinterließ der Stadt zum Beispiel seine School of Art in der Renfrew Street, ein inzwischen weltweites Meisterwerk moderner Kunst. Nach wie vor inspiriert es die angehenden Architekten, Künstler und Designer. Jedes Jahr wartet man in Glasgow gespannt auf die Diplomfeier, bei der man im Urlaub so ganz nebenbei die eine oder andere fantastische Arbeit der Kunststudenten ergattern kann.
Viele der alten Glasgower Gebäude wurden nicht nur in Museen, Banken oder städtische Institutionen, sondern auch in moderne Einkaufszentren verwandelt, so dass man selbst bei einem Einkaufsbummel in den Genuss der architektonischen Besonderheiten gelangt. Wer durch die Straßen zwischen Saint-Vincent Street und der Fußgängerzone Sauchiehall Street bummelt, wird ein homogenes Ensemble viktorianischer Gebäude (Banken, Clubs, Kirchen) bewundern können. Ein Spaziergang durch das ehemalige Händlerviertel, die „Merchant City“ im Südosten der Innenstadt führt vorbei an historischen Lagerhäusern, heutigen Loft-Apartments, an schicken Bistros und an zahllosen Designer-Boutiquen.
Bei aller Bewunderung über die städtebaulichen Besonderheiten Glasgows, sollte man jedoch im Urlaub nicht vergessen, an das leibliche Wohl zu denken. Sich Zeit für eine belebende Tasse Tee und einen “wee scone” zu nehmen, ist schon über Generationen Brauch in Schottland. In Glasgow sind die Willow Tea Rooms in der Sauchiehall Street und Buchanan Street typische Orte dafür. 1904 von Charles Rennie Mackintosh entworfen, stehen die Tea Rooms auf der Liste der “100 Dinge, die man in Schottland getan haben muss, bevor man stirbt” – nachzulesen in der Lokalausgabe des Sunday Herald.
Text: Helena Lambert